Lanzarote

Strände, Kunst & Mondlandschaft – Warum Lanzarote eine Schatzinsel ist

In Reisen by shavethewhales3 Comments

Lanzarote ist einer dieser Orte, wo fast immer gutes Wetter ist. Durchschnittlich nur 4 Regentage im Monat, kühlstmögliche Temperatur 17 Grad. Normalerweise sind solche Orte wenig grün und voller Geröll. Ausgleichende Gerechtigkeit quasi.

Lanzarote, Norden

Bei Lanzarote trifft diese Regel nicht ganz zu. Dort tragen dicke Kakteen riesige Blüten, da lassen kugelrunde Büsche Landschaften in hellem Grün leuchten. Sogar Wein gedeiht hier prächtig. Es gibt sie zwar, die kargen Landstriche ohne Pflanzen. Aber dann drapiert Lanzarote eben einen knallgrünen See ins Bild, der die Einöde bunt macht. Oder rollt an den Stränden Wellenberge aus türkisem Wasser an. Oder es lässt vulkanischischen Qualm aus dem Boden schießen. Selbst in den ganz pflanzenlosen Gegenden wie Timanfaya fällt noch auf, dass auch die Steine an sich schön sind. Das Vulkangeröll in seinen ganz eigenen Formen, manchmal wie frisch geschmolzene Schokolade, woanders wie ein Ozean, mit kleinen Wellen, nur in Karmin- und Brauntönen.

An Orten, die immer gutes Wetter haben, werden normalerweise viele hässliche Ferienbunker gebaut. Nur Lanzarote macht da nicht mit. Es hat ein Gesetz, das jedes Haus höchstens zwei Stockwerke, nicht höher als eine Palme sein darf. Ein einziges Hochhaus steht in der Hauptstadt Arrecife, es wurde gebaut, bevor das Gesetz erlassen wurde. Es gibt noch zwei andere, sehr sympathische Gesetze: Plakat- und Leuchtreklame ist verboten und Türen und Fenster der Häuser müssen in grün, blau oder braun gestrichen werden. Sie alle gehen auf César Manrique zurück, der hier als Architekt, Künstler und Bauminister gewirkt hat.

Auch wegen ihm gibt es noch etwas, was Lanzarote anders macht; die Insel ist voller Kunst. Maler überwintern an seiner Küste. Die Kreisverkehre sind mit Windspielen verziert. César Manrique hat hier viele begehbare Kunstwerke geschaffen.

Jameos del Agua zum Beispiel. Ein Park, der aus natürlichen und menschlichen Kunstwerken besteht. Eine Höhle, die zum Konzertsaal umgewandelt wurde. Ein Vulkantunnel, in dem kleine weiße Albino Krebse leben. Einen Teil des Tunnels kann man durchlaufen, den anderen durchtauchen. Ein Garten auf mehreren Etagen. Mit Spiegelsaal und kleinen Museen. Skurriles Zeug, das man so schnell nicht woanders findet.

Geöffnet täglich von 10-18.30 Uhr (Samstags bis 22 Uhr), 9 Euro Eintritt

Jameos del agua PoolJameos del agua GrotteVulkantunnel Jameos del AguaSpiegelsaal Jameos del agua

Nicht so weit davon die Cueva de los verdes. Ein ganzes Höhlensystem, in dem mit buntem Licht und Wasser irre Spiegelbilder und Parallelwelten geschaffen werden.

Geöffnet täglich von 10-18 Uhr (im Sommer 19 Uhr), 9 Euro Eintritt

Cueva de los verdes Cueva de los verdes Cueva de los verdes 2

Oder der Mirador del Río. Von hier aus kann man auf die Mini-Insel La Graciaosa schauen. Als einfacher Aussichtspunkt wäre der Mirador schon spektakulär. Aber dann seine weißen gewölbten Wände, die vielen Dschungelpflanzen im Raum, die riesigen Panoramafenster… Ein Kunstwerk eben.

Geöffnet täglich von 10-17.45 Uhr (im Sommer 18.45), 4,50 Euro Eintritt

Aussicht Mirador del Rio LanzaroteMirador del Rio LanzaroteMirador del Rio Lanzarote

Vom Jardin de cactus habe ich euch schonmal erzählt. Mich hat´s doch sehr fasziniert, in wie vielen Ausführungen es Kakteen gibt. Da ist es gar nicht mehr schlimm, wenn es für Blumen zu trocken ist.

Geöffnet täglich von 10-17.45 Uhr, Eintritt: 5,50 Euro

Jardin de cactusJardin de cactus

Und dann ist da noch der Nationalpark Timanfaya. Hier wird man von einem Bus durch die Lavalandschaft gefahren, schaut in tiefe Krater und auf getrocknete Lava in verschiedenen Farben. Aktive Vulkane gibt´s nicht mehr, dafür aber Kraterlöcher, in die man Heu werfen kann, das sofort verbrennt.

Geöffnet täglich von 9-17.45 Uhr (im Sommer bis 18.45), Eintritt: 9 Euro

TimanfayaTimanfaya LanzaroteTimanfaya LavaTimanfaya Nationalpark

Der knallgrüne See, den ich bereits erwähnte, heißt Charco de los Clicos (oder Charco verde) und liegt an der Küste in El Golfo. Er liegt südlich von Timanfaya und lässt sich gut mit einem Ausflug dorthin verbinden.

El Golfo LanzaroteEl GolfoEl Golfo Lanzarote

Stellt sich nur noch die Frage nach dem perfekten Strand. Meine Wahl fiel auf Famara. Ein wunderbares kleines Surfer-Örtchen. Es gibt nur ein paar kleine Läden und wenige Restaurants und Bars, dafür aber sehr gute Wellen und kaum Touristen. Außerdem schnelles Internet, denn viele junge Leute kommen her, um ihren Online Berufen nachzugehen und nach der Arbeit zu surfen.

Famara BeachFamara Beach Lanzarote

Wer es etwas belebter mag, dem sei Playa Blanca oder Puerto del Carmen ans Herz gelegt. Vom Playa Blanca aus ist man schnell beim Playa Papagayos, der mit karibisch wirkendem Wasser besticht. Außerdem kann man hier die schönsten Sonnenuntergänge der Insel sehen. Von Playa Blanca aus fahren auch die Fähren nach Fuerteventura. Günstige Ferienwohnungen an vielen Orten der Insel findet ihr hier.

Playa BlancaPlaya Blanca Lanzarote

Auf Lanzarote kann man viele Orte mit dem Bus erreichen. Die Hauptorte wie Puerto de Carmen, Playa Blanca, Costa Teguise und Arrecife völlig problemlos, andere nur mit viel Warten und Umsteigen (Famara zum Beispiel), zu wieder anderen gibt´s keinen Bus und ihr braucht einen Mietwagen. Außerdem braucht ihr im Bus immer Kleingeld, große Scheine werden nicht gewechselt. Mehr Infos zu den Buslinien hier.

Flüge aus ganz Deutschland nach Lanzarote gibt es ab 40 Euro (one way).

Comments

  1. Auf jeden Fall scheint sich die Insel ja für Fotofreunde sehr zu lohnen! Danke für die Impressionen!

    1. Author

      Ja, Fotografen werden hier sehr glücklich :)

  2. Caleta de Famara ist ein hervorragender Ort für Surf-und Kitesurf-Anfänger und Fortgeschrittene. Und für Profis gibt es noch “La Santa” gleich um die Ecke. Ansonsten kann man am endlosen Strand spazieren (schwimmen ist wegen der Wellen, Strömung und Wassertemperatur nicht wirklich zu empfehlen) und es gibt da auch einen beeindruckenden Wanderweg direkt am Meer Richtung Punta Ganada.

    LG, Joao

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