Livigno Italien

Livigno, Italien: 6 Gründe, auch dann ins Skigebiet zu fahren, wenn du nicht Ski fährst

In Reisen by shavethewhales5 Comments

Ich war noch nie im Skiurlaub. Ich kann weder Ski noch Snowboard fahren, höchstens Schlitten. Überhaupt fahre ich eigentlich lieber in die Sonne und fühle mich bei 30 Grad am wohlsten. Als Flachlandmensch war Schnee war für mich immer eher ein Ärgernis. Etwas, wo man drauf ausrutscht und was sich schnell in braunen Matsch verwandelt.

Bis ich in die Alpen fuhr. Wo Schnee aussieht wie riesige Haufen Zuckerwatte. Wie Kuchenglasur, in die der Wind hübsche Muster gezeichnet hat. Wo sich die Straßen wie Partygirlanden über weiße Berge schlängeln. Wo man streckenweiße zwischen zwei weißen Schneewänden Auto fährt. An Häusern vorbei, von denen meterlange Eiszapfen hängen. An Steinböcken, die mühelos fast senkrechte Steilwände hochlaufen.

Livigno Skigebiet

Auch wenn das kitschig klingt, aber Märchenlandschaft ist so ziemlich das erste Wort, das einem bei sowas in den Sinn kommt. Eigentlich lohnt es sich allein für den Anblick, mal hinzufahren. Aber es gibt noch so viel mehr zu erleben. Hier meine 6 Optionen, machbar in Livigno (Italien, direkt hinter der Schweizer Grenze).

1. Fat Bike

Fahrrad mit fetten Reifen. So fett, dass sie fast mit Autoreifen mithalten können. Und dass man damit auf Schnee und Eis fahren kann. Wenn man sich traut, sogar Pisten runter (nein, hab ich mich nicht getraut). Für alle, die Fahrrad fahren können und ein bisschen Ausdauer haben, Fat Bike fahren kann recht anstrengend werden.

Kosten: ab 35 Euro pro Person, inklusive Lift für dich und das Fatbike

Fat Bike Livigno

2. Mit dem Schneepflug zum Abendessen

Dinner in einer einsamen Hütte auf dem obersten Gipfel im Tiefschnee. Mit Sicht auf ein sehr klein werdendes, glitzerndes Livigno, tief unten im Tal. Hinkommen geht nur mit dem Schneepflug. Allein die Fahrt ist ein Erlebnis, es geht ziemlich steil hoch und die Passagiere werden streckenweise ganz schön zusammengequetscht. Im Camanel di Planon gibt es Aperitif aus Holzschalen, während man auf Schaffellen sitzt und dem Feuer im Kamin zusieht. Als Vorspeise wird regionstypische Milchsuppe mit Rote-Beete-Brot serviert. Beides sehr lecker, auch wenn es erstmal nicht so klingt. Als Livigno noch kein Skigebiet war, gab es manchmal nicht viel mehr zu Essen als das, was man aus der Milch der Kühe herstellen konnte. Und Rote Beete wächst auch in Höhenlagen.

Camanel di PlanonCamanel di Planon LivignoCamanel di Planon MilchsuppeBlick auf Livigno

3. Après Ski Party

Mit Schneeanzug und Mütze um ein Lagerfeuer tanzen hat was. Wenn auch das zu kalt wird, geht´s rein in den Club, wo man auf die erste Snowboardfahrt ohne Hinfallen oder den gebauten Schneemann anstoßen kann. Besonders empfehlenswert im Bivio Club.

Bivio Club Après Ski

4. Ausreiten im Schnee

Brave Pferdchen tragen auch reitungeübte Touristen durch schönste Schneelandschaften. Ein schönes Kontrastprogramm nach dem Geschwindigkeitsrausch der Pisten.

5. Schneeschuhwanderungen

Schneeschuhe bringen dich fast geräuschlos durch den Tiefschnee, das macht sie perfekt für die Tierbeobachtung. Und ideal für Leute, die nicht Ski fahren können. Ein bisschen Kondition braucht man, besonders wenn der Schnee eher nass ist und an den Schneeschuhen pappt.

Schneeschuhwandern

Foto: Luca Bussola

6. Agriturismo La Tresenda

La Tresenda ist gleichzeitig Hotel, Restaurant, Alpaka- und Ponyhof. Leckerstes Essen, bester Wein. Aber das Beste: direkt nebenan ein Stall voller Ponies, Schafen, Kühen, Lamas und BABY ALPAKAS. Ich stand davor und war fest überzeugt, dem niedlichsten Wesen der Welt in die Augen zu sehen. La Tresenda liegt etwas außerhalb, wer Glück hat, sieht dort abends sogar Füchse. Sie riechen das gute Essen vom Wald aus und kommen nachschauen, ob sie ein wenig davon abgreifen können.

Alpakas, Agriturismo La TresendaMehr Eindrücke von mir und anderen Bloggern findet ihr unter dem Hashtag #livignoexperience auf allen sozialen Netzwerken.

Vielen Dank an das Livigno Tourism Board für die Einladung.

Comments

  1. Hi Caroline!

    Interessant geschrieben und sehr schöne Bilder. Musste direkt weiter surfen zu deiner Fotoausrüstung und feststellen, dass ich auch dringend einen Graufilter brauche.
    Hast du die Low-Light-Aufnahmen aus der Hand geschossen, oder hast du immer ein Stativ dabei? Ich bin meist zu faul dafür und ärgere mich dann aber, wenn ich es nicht mit habe :)

    Viele Grüße und einen schönen Sonntag
    Udo

    1. Author

      Hallo Udo, danke und nein, das Stativ ist mir meist auch zu schwer, um es überall mitzunehmen. Manchmal benutze ich einfach meine Handtasche, quasi als Kissen für die Kamera. Oder ich lege sie auf eine Mauer oder was ich gerade finde, so sind die meisten Fotos, die du hier siehst, entstanden.

  2. Je mehr man im Schnee ist, desto mehr Spass machts ;) Nein, im Ernst – Livigno zeigt super, wie vielfältig heutzutage das Winterangebot in den Alpen ist und, dass man für einen perfekten Winterurlaub noch lange keine Skikenntnisse braucht.

    1. Author

      Sagt die Schnee-Expertin :) Danke, gut das von jemand zu hören, der den Vergleich hat

  3. Pingback: Livigno, Italien: 6 weitere Gründe, auch dann ins Skigebiet zu fahren, wenn du nicht Ski fährst (Teil 2) - Shave the whales Reiseblog

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