Als Frau allein durch Mittelamerika

Als Frau allein durch Mittelamerika; die größten Gefahren

In Mittelamerika by shavethewhales4 Comments

Ich wollte hier eigentlich die ganze Ladung Sicherheitswarnungen und Gefahrenhinweise bieten. Erlebnisse von fiesen Überfällen, hoher Kriminalität und Fast-Vergewaltigungen.
Ich hab lange nachgedacht, was ich da aufschreiben könnte.
Das Problem ist nur; mir ist nichts passiert. Ich habe mich nirgendwo in Mittelamerika unwohl gefühlt.
Alles, woran ich mich erinnern kann, sind pinke Sonnenuntergänge, Strandparties und Begegnungen mit Schildkröten.

Schildkroete Mexiko

Ich sehe eine ganz andere Gefahr als die, vor der unsere Medien ständig warnen. Die Gefahr, so viel auf Sicherheitswarnungen zu hören, dass man sich gar nicht mehr lostraut.

Ich weiß natürlich, dass es Überfälle gibt.
Ich verstehe aber nicht, warum man ein Land nur darauf reduziert.

Nehmen wir an, wir würden die überzeugendsten Beispiele dafür, dass es in Zentralamerika gefährlich ist, in einem Buch sammeln. Jeder, der es liest, würde sich niemals dorthin trauen.
Und dann nehmen wir an, wir würden die Beispiele sammeln, in denen nichts passiert ist. Oder etwas Gutes. Das wären so viele Bücher, ganz Mittelamerika wäre zu klein, um sie dort aufzustapeln.

Haben die Medien je von Guatemala-Reisenden berichtet, die NICHT überfallen wurden?
Wenn wir von ihnen nie etwas hören, halten wir die Tagesschau Nachrichten für den vorherrschenden Alltag.
Tracht Guatemala

Ich glaube, es gibt 2 Wege, mit den Gefahren dieser Ländern umzugehen:

Erstens:
Man versucht sich gegen alles zu schützen, bucht streng bewachte Hotels, die man nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr verlässt. Man trifft dort andere paranoide Reisende, die gerade wieder irgendwo gelesen haben, dass eine Gruppe Touristen brutal überfallen und ausgeraubt wurde.
Strand, Märkte und öffentliche Plätze sucht man nur in Gruppen auf, am besten vielleicht sogar im Tourbus oder mit Begleitschutz.
Durch gepanzerte Fenster beobachtet man das Leben der Anderen. Der fiesen Einheimischen, die es nur auf das eigene Geld abgesehen haben. Ganz ehrlich, warum würde man so eine Reise überhaupt antreten und nicht einfach zu Hause bleiben?

Markt Antigua

Zweitens:
Man vertraut auf sein eigenes Gefühl und beurteilt selbst, durch welche Gasse man nach Dämmerung noch gehen kann und durch welche nicht. Man spricht mit den Einheimischen und stellt erstaunt fest, dass sie freundlich sind. Man fängt an, sich zu fragen, warum in Deutschland so viel Panik vor Mittelamerika gemacht wird.
Man kommt langsam zu der Erkenntnis, dass es in jedem Land Alltag gibt. Dass Kriminalität, auch wenn sie hier öfter vorkommt, immer noch Ausnahme statt Regel ist.

Haeuser Antigua

Wenn ich mein Leben immer nur danach ausrichte, was alles eventuell passieren kann, fühlt es sich nicht mehr nach Leben an.

In wie vielen Lebensbereichen steht uns unsere eigene Angst im Weg und wie viel verpassen wir wegen ihr?


Jeder muss selbst entscheiden, wie er damit umgehen will. Wer lieber auf Nummer sicher geht, kann eigentlich hier aufhören, weiterzulesen. Ich schreibe den Artikel für diejenigen, die wissen, dass es nirgendwo im Leben 100prozentige Sicherheit gibt. Die sich gegen Angst und für Reisespaß entscheiden. Auf genau den gehe ich jetzt näher ein.

Tepoztlan Mexico

Mexiko:

Alles Dinge, die in Mexiko möglich sind. Ich war wirklich völlig von den Socken, wie schön das Land ist, denn ich hatte ja immer nur Schlechtes davon gehört.

Laguna 7 colores Mexiko

Guatemala

Wie schön Guatemala ist, habe ich hier schonmal beschrieben.

markt guatemala

Honduras:

Vor der nördlichen Küste Honduras liegen die Islas de Bahía und das zweitgrößte Korallenriff der Welt. Ich fand es sehr viel schöner als das größte Riff, das Great Barrier Reef in Australien. Es war noch nicht so zerstört und das Meer war sehr viel ruhiger.
Perfekte Bedingungen für Anfänger und Menschen, die Tauchen faszinierend finden, aber Angst davor haben.
Ich habe hier meinen Tauschschein gemacht (das war nicht nur günstiger als in Europa, sondern z.B. auch als in Thailand).
Meine Tauchschule war auf Útila, die Insel kann ich sehr empfehlen. Hier ist alles voller Tauchschüler und abends steigen wilde Parties. Bester Ort dafür; das Treetanic, eine Bar, die aus mehreren, über Hängebrücken verbundenen Baumhäusern besteht.

Riff Honduras

El Salvador

El Tunco ist ein kleiner Surferort an einem schwarzen Strand. Hier kann man sich gut für länger aufhalten, es gibt keine größeren Touristenströme und alles wirkt beschaulich.
Für Anfänger sind El Tunco´s Wellen allerdings zu hoch. Wir haben oft Surfer gesehen, die gerettet wurden und fast ertrunken sind.

el tunco salvador
strand el tunco

Suchitoto ist die Kulturhauptstadt Salvadors. Hier gibt es viele kleine Galerien und fast jedes Wochenende kulturelle Veranstaltungen. Das Städtchen liegt direkt an einem See.

suchitoto see
suchitoto
suchitoto salvador

Im restlichen El Salvador soll es ja besonders gefährlich sein, davon habe ich nichts gemerkt.
Was mir aufgefallen ist, war eher die extreme Christlichkeit. Noch häufiger als in anderen Ländern hängen Jesusbilder an Wänden, in Bussen, auf LKWs. Es gibt hier sogar Marshmallows in Jesusform!

Nicaragua

Die Insel Isla de Ometepe liegt mitten auf dem Nicaraguasee und hat zwei Vulkane. Die rauchen immer ein bisschen vor sich hin, das gibt gute Fotomotive. Hier habe ich auch diesen Affen getroffen.

Caroline Lohrmann
ilsa de ometepe
vulkan nicaragua

Leon und Granada sind beides hübsche Kolonialstädte voller bunter Häuschen.
Mein persönliches Highlight war Leon´s Kathedrale, hier gab es Heiligenfiguren mit verstellbaren Armen und Beinen.

kathedrale leon figur
granada nicaragua

Costa Rica

Eine der größten Ziplines der Welt steht in Monteverde im Norden Costa Ricas. Man kann eine ganze Tour mitmachen und ziplined erst ein bisschen durch Nebelwald und Dschungel. Der Höhepunkt ist dann die lange Zipline über ein ganzes Tal. Unten sieht man als winzige Punkte unter sich Kühe weiden und Wälder vorbeiziehen.
Das Ganze wird auch Canopy genannt und fühlt sich an wie Fliegen.

ziplining monteverde
monteverde costa rica

Cahuita ist ein Nationalpark und einer der schönsten Strände, die ich in Zentralamerika gesehen habe.

Strand Cahuita Costa Rica
Dschungel Cahuita
Cahuita Costa Rica

Panama

Bocas del Toro erreicht man von Cahuita oder Puerto Viejo (Costa Rica) in ein paar Stunden. Man nimmt den Bus bis zur Grenze, geht durch die Passkontrolle und überquert den Fluss nach Panama. Ich bin damals noch zu Fuß über eine Holzbrücke gelaufen, auf der auch LKWs fuhren. Die scheint aber inzwischen außer Betrieb zu sein.

bruecke costa rica panama
bocas del toro

Die San Blas Inseln habe ich auf dem Seeweg von Panama nach Kolumbien gesehen. Die ganze Strecke kann ich euch nicht empfehlen (wenn du wirklich nach Gefahren suchst, folge dem Link).
Wenn du aber nur zu den Inseln und dann wieder zurück segelst, sollte das ein schöner, ungefährlicher Ausflug werden.

San Blas Inseln
Panama San Blas
Segeln San Blas

So findest du Reisegruppen

Wenn du doch Bedenken haben solltest; ich war nicht wirklich immer allein. Sobald du ein Hostel betrittst, triffst du Leute, da finden sich oft Reisegruppen zusammen.

chicken bus mittelamerika

Falls du dich traust; Happy travels! Das ist übrigens ein Chicken Bus, damit wirst du größtenteils unterwegs sein.

Comments

  1. Pingback: Guatemala: Warum du die Sicherheitshinweise NICHT beachten solltest - Shave the whales Reiseblog

  2. I was surfing the internet for some good travel related blogs, and here I am. I love the way you started the blog. It was really a great way to start the blog. You gave a completely opposite experience in the first two sentences and flipped the coin in no second. Something I should learn to do in the near future. Even though nothing happened to you in Central America, You might get attacked by the stunning beauty of the UAE.
    The Burj can actually lift you from the earth and Breathtaking Desert Safari is something worth doing in a lifetime.

    You have been Warned! See you in UAE

  3. Danke für diesen Artikel! Wir sind auch seit zwei Jahren unterwegs und es ist erschreckend, wie oft wir von allen immer vor irgend etwas “gewarnt” werden. Die ganze Welt scheint soooo gefährlich zu sein. Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Menschen, die diese Warnungen Aussprechen, oft selbst noch nie in dem geweiligen Gebiet oder in dem Land waren, vor dem sie so dringend warnen. Die Angst vor dem Unbekannten. Oder ANGST generell, ist ein Krebsgeschwür unserer Gesellschaft. Wir sind vor einem Jahr durch Venezuela gereist, sind mit einem Kanu den Amazonas entlang gepaddelt, haben meherer Tage im Darien Gap verbracht. Alles Orte, vor deren Durchreise uns die Medien oder unser paranoides “Auswärtige Amt” dringend abraten. Und was ist passiert? Nichts.
    Du beschreibst das in deinem Artkel wirklich großartig

    Ich sende dir alles liebe und wenn Du willst, kannst du auch gerne mal auf unserem Blog (www.outthere.eu) vorbei schauen.

    Julia

    1. Author

      Sehr wahre Worte, liebe Julia, danke dafür! Das klingt alles sehr spannend, ich schau gern mal bei euch vorbei :) Happy travels, Caroline

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