Edward James Mexiko

Mexiko: Las Pozas in Xilitla – Das Schloss von Edward James

In Reisen by shavethewhales2 Comments

“My House has wings and sometimes in the dead of the night she sings.” Edward James

Über riesige weiße Fußstapfen gelangen wir ins Innere der Posada El Castillo (dt. Gasthaus Das Schloss). Hier hat Edward James gewohnt, britischer Künstler, Kosmopolit, Multimillionär und Mäzen von Dalí und anderen surrealistischen Künstlern. Heute werden die Zimmer seines Schloss vermietet.

Nichts in diesem Haus ist wie in anderen Häusern. Die Fenster sind sechseckig, überall hängen Schaukeln, alles ist irgendwie verschnörkelter und verwinkelter. Die riesigen Blätter der Schlingpflanzen hängen von Decken und Torbögen. Im Beet vor unserem Zimmer stehen gelbe Blumen mit kleinen weißen Flügelchen. Es dauert, bis wir alles erkundet haben. Manche Treppen und Gänge führen ins Nichts, man kann vorher nie genau sehen, wohin man geht. Je höher wir gehen, desto unvollständiger scheint das Schloss von Edward James, als sei er nicht sicher gewesen, ob er es noch höher bauen will.

Abends liegen wir in einer Badewanne mit Füßen und essen in einem Restaurant, in dem wir die einzigen Gäste sind. Es gibt so hier viel zu sehen, dass wir es erst am nächsten Tag nach Las Pozas, der eigentlichen Attraktion schaffen, Skulpturengarten und Lebenswerk von Edward James. Wir laufen etwa eine Stunde eine Lehmstraße entlang, auf der uns niemand begegnet. Las Pozas scheint wirklich ein Geheimtipp zu sein.

Pools, Xilitla

Las Pozas ist eine Gedankenwelt aus Stein, Regenwald und kristallblauen Pools. Inspiriert von Werken von Max Ernst und Gaudí. Das Gelände ist riesig, vieles entdecken wir erst, nachdem wir uns ein Stück durchs Gebüsch wühlen, wo uns kaum noch Menschen begegnen. Die Skulpturen sind begehbar, allerdings nie gesichert. Mein Herz rast, während wir über schmale Brücken ohne Geländer wandern, viele Meter unter uns der Dschungel. Die verwunschenen Türme sind gezeichnet von Moos und Schimmelflecken in verschiedenen Farben und hübschen Anordnungen. Wenn dieser Garten ein Märchen wäre, wäre es ein bisschen schaurig, aber auch sehr sehr schön.

Edward James wollte den Traum darstellen und ich finde, es ist ihm gelungen. Er stellt viele Träume dar. Die, die verwirklicht werden, die Treppen zum Himmel sind. Die, die ins Nichts führen und die, die irgendwann zuwachsen oder langsam verroten. Die begraben werden und bald nicht mehr erkennbar sind. Ich mag die scheinbare Sinnlosigkeit dieses Gartens. Dass er nur aus Liebe zur Kunst gebaut wurde. Nicht um berühmt zu werden, nicht um die Blicke möglichst vieler Menschen einzufangen, sondern mitten im Nichts von Dschungel. Nur aus Spaß an der Sache.

André Breton hat den Surrealismus als die “Auflösung dieser scheinbar so gegensätzlichen Zustände von Traum und Wirklichkeit” bezeichnet und ich finde, Reisen wie diese kommen dem manchmal sehr nahe.

Hinkommen: Von Mexico City aus fahren Busse nach Queretaro, von da aus weiter nach Xilitla. Vielleicht inzwischen auch direkt, ich war 2011 da. Wenn du die Gegend erkunden möchtest, brauchst du einen Mietwagen, denn hier gibt es so wenige Touristen, dass man auf vielen Strecken nichtmal ein Taxi findet. Zum Skulpturengarten kommst du aber ohne Probleme. Unterkommen kannst du in Xilitla (wo auch das Schloss, also das ehemalige Wohnhaus von Edward James steht, etwa 90 Dollar pro Nacht.) Günstiger kannst du zum Beispiel in einem der Bungalows oder Tipis direkt neben dem Las Pozas wohnen.

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